
Die Burgruine Grimburg um 1960

Die wiederaufgebaute Burg Grimburg um 2000

Luftaufnahme der Burganlage um 1995
|
Die Grimburg im 12. und 13. Jahrhundert
von Dittmar Lauer
Die Entstehungsgeschichte der auf einem steil abfallenden
Bergsporn
zwischen Wadrill und Mühlenbach erbauten Grimburg dürfte
entgegen
bisheriger Darstellungen in der heimatkundlichen Literatur soweit
gesichert
sein, dass die Burg schon vor 1190 errichtet worden ist. Sie ist
nämlich
während der kriegerischen Auseinandersetzungen um die Besetzung
des
Trierer Bischofsstuhles – Trierer Schisma 1183-1190 – zerstört und
nach der Ernennung des kaiserlichen Kanzlers Johann zum Trierer
Erzbischof
(1190-1212) wieder aufgebaut worden – de novo construxit. Seitdem
zählt
die Grimburg zu den erstmals im Liber annalium genannten sieben
trierischen
Landesburgen Arras, Ehrenbreitstein, Manderscheid, Neuerburg, Saarburg,
Welschbillig und eben Grimburg.
Es bleibt noch zu untersuchen, wer oder welche Familie - vielleicht
aus dem niederen Hochwaldadel - denn nun die erste Burg Grimburg – es
wird
sich wohl um den ursprünglichen, später ausgekernten und mit
einem neuen eingebauten Fünfeckturm versehenen Wohnturm gehandelt
haben - erbaut hat und ob die Burg auf eine Gründung des
seinerzeitigen
Domküsters als Inhaber der grundherrschaftlichen Rechte in
Grenderich-Sauscheid-Gusenburg
bzw. des Stiftes St. Paulin als Grundherr in und um Wadrill
zurückgeht.
Denn beide, sowohl der Domküster als auch das Stift St. Paulin,
sind
mit ¼ an der Burg Grimburg beteiligt, wie in einem Urteilsspruch
vom 4. April des Jahres 1258 festgestellt wird. Die Burgbesatzung muss
nicht nur dem Trierer Erzbischof, sondern auch den beiden Mitbesitzern
huldigen und diese können sich ihrer je nach Bedarf bedienen.
Eigentum
verpflichtet und so müssen die beiden Mitbesitzer der Burganlage
auch
gewisse Lasten übernehmen.
Die Dignität des Domküsters hat seit dem Jahre 1242 Simon
von Warsberg inne, er ist damit Nutznießer oder Präbender
der
Domküsterei Grenderich-Sauscheid-Gusenburg. Im Jahre 1252 wird
Simon
von Warsberg auch noch zum Dompropst gewählt und besetzt damit die
höchste Würde innerhalb des Domkapitels. Die Bemühungen
des Domküsters und Dompropstes Simon von Warsberg um Erweiterung
und
Festschreibung seiner Rechte – 1248 Patronats- und Zehntrechte und 1258
Anteilsrechte an der Grimburg – werden verständlich vor dem
Hintergrund
seiner engen Verwandtschaft zur Familie der Edelherrn von
Saarbrücken,
die seit Erhebung der Grimburg zur trierischen Landesburg kurz nach
1190
das Amt des Burggrafen hundert Jahre lang bekleiden. Boemund von
Saarbrücken
gen. von Grimburg, der später – um 1270 - die Burg Dagstuhl
erbauen
und sich Boemund von Grimburg Herr zu Dagstuhl nennen wird, ist Simon
von
Warsbergs Neffe. Diese und andere hier nicht näher zu
untersuchenden
verwandtschaftlichen Verflechtungen und die Versuche zur Erweiterung
und
Festschreibung von Macht und Einflussnahme sollten bei weiteren
Nachforschungen
im Auge behalten werden.
Seit September 2005
ist das Burg- und
Hexenmuseum im Ort
Grimburg (Hauptstraße
16, gegenüber der kath. Filialkirche St. Medardus) geöffnet.
Das Standesamt Hermeskeil führt seit einigen Jahren standesamtliche
Trauungen
im Burghaus auf der Grimburg durch.
Weitere
Informationen über die Grimburg, das Burg- und Hexenmuseum und die
standesamtlichen trauungen finden Sie unter Homepage von Dittmar
Lauer
Aufsatz: Die Burgkapelle
|